Daten und Fakten

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Für eine präzise Planung und Evaluierung von ESF-geförderten Programmen und Projekten ist die Nutzung geschlechterdifferenzierter Statistiken unabdingbar. Die Ausgangslagen von Frauen und Männern in bestimmten Zielgruppen oder Handlungsfeldern können sich unterscheiden. Die quantitative und qualitative Betroffenheit gilt es, geschlechterdifferenziert zu erfassen und bei der Planung und Umsetzung der Programme und Projekte im Sinne des Querschnittsziels Gleichstellung zu berücksichtigen.

Es liegen für den bundesdeutschen Arbeitsmarkt zwar umfangreiche Statistiken vor, allerdings sind diese nicht durchgängig geschlechterdifferenziert verfügbar und in Bezug auf die Gleichstellungssituation nur bedingt aussagekräftig. Das führt zu unvollständigen arbeitsmarktpolitischen Informationen und zu einer unvollständigen Problemwahrnehmung, vor allem im Hinblick auf die Zusammenhänge von Geschlecht und weiteren Aspekten wie Migrationshintergrund, Alter und beispielsweise Behinderung oder Bildungsgrad.
Die Ausgangssituationen, Lebensverläufe und Problemlagen von Frauen und Männern in der Arbeitswelt unterscheiden sich wesentlich. Zudem prägen nach wie vor tradierte Geschlechterzuschreibungen das Handeln von Menschen in Institutionen. Als Grundlage der Umsetzung von Gender Mainstreaming bedarf es deshalb einer präzisen, nach Geschlecht differenzierenden Analyse. Hierzu sind aussagekräftige geschlechterdifferenzierte Statistiken und Daten notwendig, die auch weitere Aspekte einbeziehen.

ESF-Programme zielen entweder auf bestimmte Zielgruppen und/oder auf spezifische Handlungsfelder ab. Hier finden Sie Daten und Fakten zu den Zielgruppen des ESF und zu ausgewählten Fachthemen des ESF. Die Hinweise auf geschlechterdifferenziertes Datenmaterial sowie auf relevante Studien werden regelmäßig aktualisiert. Zu ausgewählten Fachthemen des ESF stehen zudem Expertisen der Agentur zur Verfügung, die einen Einblick in Gender-Aspekte des jeweiligen Handlungsfelds geben:


Der Wegweiser der Agentur für Gleichstellung im ESF „Statistik – Kontext – Gender“ führt durch die allgemeine Arbeitsmarkt- und Bildungsstatistik. Dabei wird die jeweilige Relevanz aufgezeigt, die Geschlechterdifferenzierungen und gendersensible Interpretationen von Daten haben. Denn der jeweilige Status auf dem Arbeitsmarkt wird nicht einfach durch messbare Merkmale abgebildet und erfasst, sondern die verwendeten Kategorien sind höchst komplexe, sozial und rechtlich geformte Modelle, in die tradierte Geschlechterbilder eingeschrieben sind.

Für die  „Argumentationshilfe für den Ausbau geschlechterdifferenzierter Daten“ hat die Agentur das Datenangebot auf der Website der Bundesagentur für Arbeit hinsichtlich seiner Geschlechterdifferenzierung analysiert. Enthalten sind – nach einem „Ampelsystem“ – Hinweise in Bezug auf die gute, weniger ausreichende oder mangelhafte Bereitstellung von geschlechterdifferenzierten Daten und Informationen, um Anregungen für die Weiterentwicklung des Statistikangebots in der Arbeitsmarktpolitik zu geben.

Als weiteres Angebot hat die Agentur seit Anfang 2013 arbeitsmarktpolitische Fachgespräche veranstaltet. Im Hinblick auf die vielfältigen Fragen und Aspekte in Bezug auf den arbeitsmarktpolitischen Kontext der ESF-Umsetzung ist es wichtig, mit Arbeitsmarktakteur/inn/en ins Gespräch zu kommen, um ein gemeinsames Verständnis der Zusammenhänge zu entwickeln und Veränderungen anzugehen. Die Teilnehmenden diskutierten unter anderem darüber, wie die ESF-Gleichstellungspolitik und die Gleichstellungspolitik in der deutschen Arbeitsmarktpolitik aufeinander Bezug nehmen und welche Bruchstellen in der Praxis festzustellen sind.